Schachzwerge on tour

Schachzwerge on tour

Vororteindrücke

Den Blog werden wir nutzen, um über mehrtägige Turniere oder Trainingslager ein paar Eindrücke nach Hause zu schicken.

Tag 3-Die Suche nach dem Internet

WM GriechenlandPosted by Michael Zeuner Tue, October 27, 2015 18:56:07
Heute schaut ein lachendes und ein weinendes Auge des Schreibers dieser Zeilen auf den Blog. Während Ole nach schwieriger Eröffnung in einem Endspiel und schließlich gar in einem ausgeglichenen Bauernendspiel landete und dort seinen kasachischen Gegner souverän überspielte und sicher den Punkt einfuhr, spielte Tobi eine starke Partie, die stets zwischen leichtem Vorteil und Ausgleich hin und her pendelte. Leider überschätzte er dann die gegnerischen Drohungen und katapultiere sich mit einem unnötigen Verteidigungszug direkt in die Niederlage gegen einen von 130 US Amerikanern. Ein falscher Zug kann im Schach die ganze Partie kosten. Besonders bitter ist es, wenn dies zweimal hintereinander passiert. Morgen bin ich aber sicher, dass Tobias seinen ersten vollen Punkt holt.
Ansonsten verwöhnt uns die Sonne hier weiterhin und wir können uns von Sonnenstrahlen wecken lassen. Geht sie dann aber abends unter, sinkt die Temperatur um gefühlte 15 Grad. Nicht so gut wie in den ersten Tagen ist das Internet in Form. Manchmal ist man im W Lan, die Seiten laden trotzdem kaum. Manche haben im Zimmer Zugang, andere müssen dafür auf den Gang. Ich zählte bisher zur ersten Gruppe. Nach einem halbstündigen Versuch die Ergebnisse der anderen Paarungen zu sehen, sitze ich jetzt aber doch auf dem Gang und freue mich über frühere Modemgeschwindigkeit.
Es ist dann ein besonderer Stresstest, wenn man versucht auf den Seiten der gegnerischen Förderationen nach Partien der Gegner zu suchen. Danke nochmal auf diesem Weg an unsere Landestrainerin, die dies gestern für mich auf der Seite des Schachbundes von Kasachstan versuchte, wenn auch leider erfolglos. Ich suchte derweil die US amerikanische Seite ab, konnte aber nur interessante Informationen über die Größe der Delegation und die mitreisenden Trainer in Erfahrung bringen; Partien waren zu gut versteckt.
Bleibt noch zu ergänzen, was die Magdeburger Damen machen: Während Fiona auch heute wieder gewinnen konnte und bei makellosen 3 Punkten aus 3 Runden steht, musste Josefine heute ihre erste Niederlage einstecken und hat 1,5 Punkt auf dem Konto.
So weit für heute. Jetzt gibt es Essen und ich bin gespannt, ob sich Tobias wieder über einen großen Teller Salat hermacht:)

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Tag 2-Berg- und Talfahrt

WM GriechenlandPosted by Michael Zeuner Mon, October 26, 2015 19:50:23

Das Positive zuerst:

Die Sonne verwöhnt uns weiterhin. Einige nutzen dies, um am kleinen hoteleigenen Strand mit Blick auf die kleine Stadt, die wir gestern besichtigten, ein Bad im noch warmen Mittelmeer zu nehmen. Andere sonnen sich oder freuen sich darüber, dass Frühstück auf der Terrasse mit Meerblick einzunehmen. Dort ist es nicht nur viel wärmer und schöner als im Buffet-Restaurant sondern auch angenehm leise.

Nach diesem entspannten Start in den Tag wartete zwei Stunden Vorbereitung auf die beiden Schachzwerge. Während sich Ole auf die chinesische Nummer 1, im letzten Jahr auf Platz 15 der WM in Durban eingekommen, einstimmte, wollte Tobias die Bilanz Schachzwerge gegen Kanada auf 2-0 ausbauen. Nach dem Mittagessen (mit sehr leckerem Rosenkohl) und dem Testen des hiesigen Fußballplatzes (nichts für Profifußballer und Kniegeschädigte :)) wartete noch etwas Ruhe und eine kurze Wiederholung.

15 Uhr dann die nächste positive Überraschung. Es gibt jetzt zwei Toiletten für die 184 Jungs der u10. Die Schlangen sind nicht mehr so lang und manch einer vertreibt sich die kurze Wartezeit damit, die außerhalb des Badezimmers befindlichen Lichtschalter zur „Freude“ des Vorgängers ab und an zu betätigen.

Bevor nach den vielen guten Nachrichten, die weniger erfreulichen kommen, noch ein kurzer Sonnenschein: Nach den Eröffnungen standen Ole und Tobias gut, Tobias mit der richtigen Idee gar auf Gewinn. Wer (insbesondere Landestrainerinnen) einen rund um positiven Eindruck dieses Tages haben möchte, schließt nun den Blog und freut sich auf den morgigen Bericht.

Für alle anderen: Nach gut zwei Stunden kam Ole von der Runde zurück. 22 Züge standen da auf seinem Partiezettel und Frust in seinem Gesicht. Gute Stellung erreicht, mit einem Fehler aber die ganze Partie verloren. Ein zweizügiger Einsteller darf aber auf einer WM nicht mehr passieren.

Tobias folgte eine halbe Stunde später mit einer ähnlichen Geschichte. Gute Stellung, eine Möglichkeit zum Gewinn ausgelassen und durch eine Damengabel einen Turm verloren. Diese Gabel war allerdings nur drei Züge vorher durch ein Bauernopfer zu verhindern.

So weit so gut. Wir gehen jetzt Essen und freuen uns auf einen morgigen Tag, der mehr Punkte bringt.



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Tag 1-Sonnenschein und deutsche Punkteflut

WM GriechenlandPosted by Michael Zeuner Sun, October 25, 2015 20:29:22
Die erste Runde liegt nun hinter uns. Nach kurzem Teammeeting mit den wichtigsten Informationen zum Ablauf, dem obligatorischen Teamfoto und einer Passkontrolle für alle Teilnehmer, suchten wir den Spielsaal für die u10. Diese spielen zusammen mit den u8 Mädchen im anderen der beiden Hotels. Neben der Olympic Hall, dem größten Spielsaal für die älteren Altersklassen, gibt es noch drei kleinere Spielsäle, die direkt in den Hotels sind. Das Finden war nicht trivial, da der Saal nicht ausgeschildert war und auch nicht alle Angestellten wussten, wo sich denn der Saal genau befindet. Teilnehmer früherer WMen konnten diesen dann aber sicher lokalisieren. Nach dem Mittagessen gab es eine kurze Vorbereitung und ein bisschen Taktiktraining, so dass Ole und Tobias frohen Mutes pünktlich 14.30 Uhr mit den anderen gut 250 Teilnehmern vor dem geschlossenen Saal standen. In der Zeit bis zur Öffnung konnte der Weg zur Toilette eingeübt werden. Schnell war klar, dass man diesen an der langen Schlange während der Spielzeit wird erkennen können. Die Organisatoren stellen genau ein Hotelzimmer (mit genau einem WC) als Toilette für 184 Jungs zur Verfügung. Oles Messung während der Runde ergab mindestens 8 Minuten pro Toilettengang mit zehn Wartenden vor ihm. Wohl dem, der eine starke Blase hat :)
Punkt 15 Uhr durften alle Eltern und Trainer den Spielsaal verlassen und die WM war eröffnet. Während die Kids hart am Brett kämpften, unternahmen die Eltern und Begleitpersonen bei schönstem Sonnenschein einen Bootsausflug in die nächste Ortschaft. Neben den üblichen Souvenierständen mit Handtüchern, Postkarten, Oliven und sämtlichen Produkten aus dem zugehörigen Baum, gab es uralte Tanksäulen, einen schönen Sonnenuntergang und typische südländische Architektur zu sehen. Als wir das Boot für die Rückfahrt bestiegen, gab es auch schon die Information per Handy über das Wichtigste hier:
Tobias und Ole hatten beide die weißen Steine und konnten sich über schnellen und deutlichen Eröffnungsvorteil freuen. Während Tobis Gegner eine eher schlechte Variante des Evansgambites wählte und ihm so neben Entwicklungsvorsprung auch noch einen Bauernvorteil verschaffte, büßte Oles Gegner bereits im elften Zug einen ganzen Turm ein. Ole fuhr die Partie mit zwei kleinen Wacklern sicher nach Hause. Leider entwischte Tobias Gegner durch ein Turmopfer noch ins Dauerschach. 1,5 aus 2 ist trotzdem ein Superstart.
Schaut man auf die deutschen Ergebnisse, kann man deutlich mehr Siege als Niederlagen feststellen. Besonders positiv: Auch die beiden jungen Damen unseres Partnervereins AE Magdeburg, Josefine und Fiona gewannen! Jetzt warten wir auf die Auslosung, bevor es morgen um 10 Uhr mit der Vorbereitung weitergeht.

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Tag 0- Anreise

WM GriechenlandPosted by Michael Zeuner Sat, October 24, 2015 20:22:01
Der erste Tag der diesjährigen WM neigt sich dem Ende entgegen. Die beiden Schachzwerge sind wohlbehalten im griechischen Nirgendwo angekommen, Tobias aus Frankfurt mit einer etwas größeren deutschen Delegation und Ole aus Rhodos genau eine Stunde früher. Die laut Werbung beste regionale Fluggesellschaft Europas 2015, Aegean, flog pünktlich und sehr angenehm. Vom Flughafen ging es dann im Sammeltransport mit Zwischenhalten an abgelegenen Hotels für die spätbuchenden Delegationen zum Austragungsort, Porto Carras. Deutschland hat rechtzeitig gebucht, um fußläufig vom Spielsaal entfernt untergebracht zu sein. Das 5 Sterne Hotel ist ganz ordentlich und erlaubt die Versorgung ohne Schlangestehen. Allerdings ist laut Rezeption nur das Essen inklusive und so soll bspw. der Hotelpool 10 Euro pro Besuch kosten...
Nach der Ankunft haben wir noch das Riesenresort (zwei Hotels, ein Yachthafen, Golfplatz, diverse Tennisplätze, Fußballplätze etc.) etwas zu Fuß erkundet. Es ist eher ein Hoteldorf als ein Hotel, bietet aber auf den ersten Blick auch keine großen Alternativen. Da die Touristensaison auf Chalkidiki schon eine Weile beendet ist (frische 15 Grad sind waren es heute), kann man wohl auch in der Nähe vor allem die Ruhe genießen :) Ideal also, um sich auf die WM und die Gegner zu konzentrieren.
Morgen heißt es um 10 Uhr Delegationstreffen am Spiellokal mit allen wichtigen Informationen. Danach hoffen wir auf eine Auslosung vor der Runde und vielleicht noch einen kurzen Blick auf die Eröffnungsvorlieben der Gegner. Vor Rundenstart werde ich noch die Ziele unserer beiden Schachzwerge erkunden.
In der u10 sind 186 Kinder am Start. Ole ist derzeit die Nummer 93 der Setzliste. Bleibt es dabei, sitzt er am letzten Brett, reist auch nur ein Spieler nicht an, sitzt Ole am ersten Tisch der Nummer 1 gegenüber. Auf Tobias könnte mit etwas Pech ein deutsch-deutsches Duell warten: Bao aus Berlin oder Collin aus Bremen.
So weit aus dem nicht ganz so fernen Griechenland. Drückt uns morgen die Daumen!

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