Schachzwerge on tour

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Vororteindrücke

Den Blog werden wir nutzen, um über mehrtägige Turniere oder Trainingslager ein paar Eindrücke nach Hause zu schicken.

Tag 5 und 6-Wolken, Wolken, Wolken

WM GriechenlandPosted by Michael Zeuner Fri, October 30, 2015 12:36:45

Manchmal braucht man einfach etwas Zeit, muss einfach mal eine Nacht drüber schlafen. Die Ergebnisse des gestrigen Tages waren so etwas. Zuerst musste die unerwartete Niederlage des weltbesten Bundesligaklubs im Pokal verdaut werden. Etwas besänftigt wurde dies durch 12 Tore von Robert Weber und einem souveränen Sieg des SCM im Handballpokal beim Tabellenletzten.

Nach einer entspannten Vorbereitung gab es den ersten binationalen Fußballvergleich, den Deutschland mit einem souveränen Tobi als Abwehrschef und Ole als Torschütze auf Linksaußen, siegreich gestalten konnte. Anschließend Mittagessen, Ausruhen und noch etwas Wiederholung und los ging es mit den Duellen gegen Macao (Tobi hat hier gleich etwas Geografie gemacht und berichtete mir, dass dies in China liegt und so ähnlich wie Hong Kong eine Ausnahmestellung besitzt) und Uganda (Ole war bereits der dritte deutsche Gegner für den Afrikaner).

Der Trainer entschied sich derweil für einen kleinen Spaziergang am Strand entlang nach Neo Marmaris. Da das Mittelmeer noch eine angenehme Temperatur hat, genoss ich den Weg barfuß am Strand. Nach 20 Minuten und der Überquerung eines kleinen Zuflusses (bei Licht kein Problem auf den als Brückenersatz versenkten großen Steinen) war die Stadt erreicht. Man merkt dem kleinen Städtchen schon sehr an, dass die Saison hier vorbei ist. Wenn die WM vorbei ist, wird wohl nur noch ein Drittel der Einwohner des Sommers vor Ort sein und die meisten Geschäfte geschlossen, die Hotels sind es jetzt schon. Ein kleiner Spaziergang durch die fast ausnahmslos steilen Gassen hat sich dennoch gelohnt. Da gegen 17.30 Uhr hier die Sonne untergeht, ist es bereits 18 Uhr ziemlich dunkel. Im Dunkeln findet man aber eingelassene Steine im Meer nicht und so war ich bei der Überquerung auf dem Rückweg etwas nasser als geplant.

Zurück im Hotel wartete ich dann auf die beiden Jungs, die diesmal beide deutlich länger als drei Stunden spielten und damit richtig im Turnier angekommen sind. Leider war die Ausbeute heute deutlich steigerungsfähig. Sowohl Ole als auch Tobias sind mit klarem Vorteil aus der Eröffnung gekommen. Während Tobias starke Kompensation für den geopferten Bauern hatte und die einzige offene Linie mit allen Schwerfiguren besetzt hatte, lockte Ole im Drachen den gegnerischen König mitten in das Zentrum. Auf der Schachanzeigetafel stand +7 (diese magischen Zahlen werden hier wie Aktien von Trainern, Spielern und Spielereltern gehandet :)), was umgerechnet einem Vorteil von Turm und zwei Bauern entspricht. Kurz gesagt, ein todsicherer Sieg. Umgerechnet auf Fußball in etwa sieben Elfmeter hintereinander in der 90. Minuten beim Stand von 0-0. Wie die Überschrift schon verrät, setzte Ole die Elfmeter per Hackentrick alle neben das Tor und lief in einen Konter. Ziemlich bitter. Tobias konnte leider seinen Druck auf Grund eines fiesen gegnerischen Abtauschtricks nicht verstärken und konnte im Turmendspiel einen weit vorne stehenden Bauern nicht halten. Leider konnte er anschließend den Turmtausch nicht verhindern, so dass das Bauernendspiel aussichtslos war.

Gerade übt sich Ole in Englisch und Tobias versucht Oles +7 Stellung (so ganz trivial war es nun nicht) rechnend auch zum Sieg zu führen. 15 Uhr steht dann das Highlight des heutigen Tages an: Fußballvergleich mit der Schweiz und den Niederlanden. Die Favoritenrolle sollte klar sein.

Einige deutsche Trainer haben für 15 Uhr auch eine Trainingseinheit angesetzt, damit alle im Rhythmus bleiben.

Was machen die anderen Magdeburger? Fiona hat sich nach ihrer Niederlage in Runde 4 (mit einem ähnlichen Vorteil wie Ole gestern) gut erholt und steht nun bei 4 aus 5. Josefine sucht derweil ihre Form und hat aus ihrer Sicht nur 50 Prozent.

Morgen startet dann die zweite Halbzeit des Turniers. Ole versucht gegen Macao auszugleichen, während sich Tobi gegen einen Rumänen um den zweiten Sieg bemühen wird. Beide führen die schwarzen Steine und können auf den beliebten Anfängerspruch: Weiß beginnt, Schwarz gewinnt. hoffen. Neben der Hoffnung auf Punkte ist auch die Hoffnung auf besseres Wetter aktuell. Seit gestern zieren etliche Wolken den Himmel, was einen gefühlten Temperatursturz zur Folge hat. Da die Hoffnung zuletzt stirbt, werde ich morgen von vier Magdeburger Punkten, Sonnenschein und einem Sieg gegen Hoffenheim berichten :)



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