Schachzwerge on tour

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Vororteindrücke

Den Blog werden wir nutzen, um über mehrtägige Turniere oder Trainingslager ein paar Eindrücke nach Hause zu schicken.

Anreise und Tag 1

WM 2018 in GriechenlandPosted by Ursula Morgenstern Sun, October 21, 2018 19:16:02

Am vorgestrigen Freitag mächten Tobias und ich uns auf den Weg zur SchachWM nach Porto Carras in Griechenland.

Zunächst einmal war sehr zeitiges Aufstehen angesagt, 4.20 Uhr also weit vor der Wohlfühlaufstehzeit eines Schachzwergen.

Von Röblingen ging es dabei erstmal zum Flughafen Leipzig/Halle, von wo uns die Lufthansa nach sehr entspanntem Einchecken in ca. Einer Stunde nach Frankfurt brachte. Dort trafen wir am Ausgang des Anschlussfluges die deutsche Delegation angeführt von Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler. Zusammen flogen wir mit ca. 60 Minuten Verspätung weiter nach Thessaloniki. Hier erwartete uns Sonnenschein bei 21 Grad. Der Bustransfer vom Flughafen zum Hotel Porto Carras Sithonia ( also gleiche Unterkunkft wie 3 Jahre zuvor) dauerte nochmal etwa 1 1/2 Stünden. Tobias nahm bei der Fahrt dann doch etwas mehr von der Umgebung wahr als 2015. Im Hotel angekommen teilte man uns mit, dass unser Zimmer noch nicht bezugsfertig sei, mittlerweile war es 17.45 Uhr... Nach einer Wartezeit von einer weiteren halben Stunde konnten wir endlich kurz auf den frisch bezogenen Betten die Beine hochlegen. Nach einer Zusammenkunft der 14 deutschen Teilnehmer und Begleitpersonen und anschliessendem Abendessen mit Anstehen am Buffett ( besonderer Beliebtheit bei unserem Schachzwerg erfreut sich die Pizza, mal sehen, waie lange dieser Trend noch anhält...) fielen wir beide rasch in einen komatösen Schlaf.

Am gestrigen Samstag war die erste Frage, die uns nach dem Aufstehen bewegte, ob die Auslosung schon raus ist. Antwort negativ., Also genossen wir erstmal das durchaus üppige Frühstücksbuffet, wobei ich insgesamt das Gefühl habe, dass die Qualität und die Auswahl der Speisen gegenüber 2015 nachgelassen hat, vielleicht trügt mich aber auch die Erinnerung.

Im Speisesaal sind Lärmpegel und babylonisches Sprachengewirr jedenfalls gleich geblieben. Frisch gestärkt tankten wir erstmal Frischluft, davon hatten wir am Anreisetag eindeutig zu wenig abbekommen. Unser Spaziergang führte zum Spiellokal in der Olympic Hall um bei Tobias die Erinnerung an diesen Weg aufzufrischen, schliesslich hatte vor 3 Jahren die U10 nicht dort gespielt, sondern im benachbarten Meliton Hotel. Im Wesentlichen fanden wir alles so vor, wie wir es in Erinnerung hätten.

Zurück in unserem Hotelzimmer, hielt das Internet auch die Auslosung bereit. Während es zunächst so aussah als würde uns in der ersten Runde ein Russe erwarten, müsste ich dieses kurz darauf revidieren. Ein deutsch- deutsches Duell erschien nun in der Paarungsliste. Dabei erwartete Tobias kein geringerer als der amtierende deutsche U14 Meister Alexander Krastev.

Nun ging es mit Eifer an die Vorbereitung mit freundlicher Unterstützung unserer Landestrainerin Tatjana Melamed. Die Skypeverbindung brach zwar mehrfach ab, aber nach der kurzen Absprache, kam dann die zu spielende Variante per Mail, so dass der Plan für die Partie stand.

Vor der Runde ( um 15 Uhr) konnten wir bei angenehmer Temperatur und Sonnenschein unser Mittagessen draussen einnehmen, mir oblag es dabei die aufgenommene Nahrungsmenge zu begrenzen und auf das Einfügen gesunder Komponenten zu achten, damit meine ich weder Pizza noch Pommes..., schliesslich sollte ja noch ordentliches Schachspielen möglich sein.

Die erste Herausforderung bestand, noch vor der offiziellen Turniereröffnung um 14.30 Uhr, darin in der riesigen Olympic Hall sein Brett zu finden, die Logik des Aufbaus hat sich uns nicht erschlossen, mit diesem Problem kämpften aber alle. Nach einer kurzen völlig unfeierlichen Ansprache würden sämtliche Begleitpersonen aufgefordert den Saal zu verlassen.

Nach einer italienischen Eröffnung schien zunächst alles nach Plan zu laufen, Tobias brachte die Vorbereitung souverän aufs Brett und stand nach zwei Stunden super ( laut Tatjana, die ihren Schützling am LiveBrett verfolgen konnte). Doch dann machte dieser einen unnötigen b4 Zug, übersah Turm schlägt e4 und so wendete sich das Blatt rasch zugunsten des Gegners.

Dennoch kamen mir nach dem dreistündigen Duell zwei munter drein schauende Jungs entgegen, die sich noch angeregt unterhielten.

Die Zeit bis zum Abendbrot würde mit der Nachbereitung überbrückt, die allerdings nicht ganz so intensiv war wie die Vorbereitung....

Das Essen bot keine grösseren Überraschungen, ausser dass man mit dem Abräumen schnell bei der Hand war, so dass es unmöglich ist, dass wir beide gleichzeitig zum Buffett gehen und nachher unseren Tisch noch unverändert vorfinden, wir mussten uns also umsetzen und fanden Platz an einem Tisch mit weiteren Teilnehmern der deutschen Abordnung.

Gut gesättigt hiess es dann wieder Warten. Auf die Ergebnisse und die Auslosung für die 2. Runde, die am morgigen Sonntag ( einziger Tag mit Doppelrunde) bereits um 10 Uhr startet.

Daher erschien es sinnvoll die Vorbereitung bereits am Abend zu machen. Nach Veröffentlichung der Auslosung im Netz, begab sich Tobi hochmotiviert zunächst selbst auf die Suche nach Partien des zugelosten südafrikanischen Gegners, der nominell ca. 400 Elopunkte weniger aufweist. Dann wurde aber doch wieder relativ rasch Skype eingeschaltet, was deutlich besser funktionierte als am Vormittag. Tatjanas Ideen aufgreifend stand auch am Abend relativ schnell der Plan für Runde 2.

Und da Ausschlafen nicht wirklich möglich schien, ging es früh zu Bett.



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