Schachzwerge on tour

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Vororteindrücke

Den Blog werden wir nutzen, um über mehrtägige Turniere oder Trainingslager ein paar Eindrücke nach Hause zu schicken.

Tag 3: Nebel, Irrwege und schachliche Abgründe

WM 2018 in GriechenlandPosted by Ursula Morgenstern Wed, October 24, 2018 06:58:40

Noch vor dem Aufstehen informierten wir uns via Internet über die Auslosung zur heutigen 4.Runde. Tobias sollte es mit einem Griechen zu tun bekommen, nominell rund 200 ELO Punkte schlechter als er.

Das gab erstmal Anlass zur Hoffnung.

Ein Blick aus dem Fenster verhiess weniger Gutes, in der Nacht hatte es geregnet und herbstlicher Nebel macht anscheinend auch vor Griechenland nicht halt. Das Temperaturniveau wich allerdings von demjenigen zuhause um ca. 10 Grad nach oben ab...

Nach einem ausgedehnten Frühstück sah es draussen schon freundlicher aus, so dass ich erstmal Frischluftversorgung anordnete, zumal wir ohnehin für die Vorbereitung noch auf Tatjanas Zuarbeit warteten.

Wir gingen am Strand entlang Richtung Neos Marmaras. Diese Gelegenheit nutzte Tobias um seine Füsse von Mittermeerwasser umspülen zu lassen. Nach einer Weile drehten wir um, wollten aber nicht den gleichen Weg zurücklaufen.

So nahmen wir einen Pfad, der uns vom Meer weg führte.Zuerst passierten wir wildcampende Italiener mit Wohnmobilen älteren Baujahrs, die nicht den Eindruck machten als würde sie der deutsche TÜV für fahrtüchtig erklären. Weiter ging es vorbei an verlassen wirkenden Selbstversorgergärten, die wahlweise von Hühnern, Schafen, Eseln , Katzen oder Hunden besiedelt waren. Nur auf einem der Grundstücke sahen wir einen Mann, der versuchte etwas zu bauen, von dem Tobias allerdings meinte er habe bewusstseinserweiternde Substanzen genommen, da er wild mit den Armen fuchtelte. Auch schrottreife Autos standen einfach so in der Landschaft herum. Nachdem wir zwei besonders aggressiv bellende Hunde hinter uns gelassen hatten, kamen wir an eine Weggabelung. Wir entschieden uns für die rechte Abzweigung, die im Nichts endete. Allerdings trennte uns nur ein Maschendrahtzaun mit Stacheldraht obendrüber von der Strasse, die zum Hotel führt. Also probierten wir es nach einem kurzen Abstecher in ein Olivenbaumfeld, das allerdings auch umzäunt war, den Weg in die andere Richtung. Doch auch hier kein Weiterkommen. Der Zaun bot keinerlei Durchschlupf und da ich auch leider meinen Seitenschneider nicht dabei hatte, gab es keine andere Möglichkeit als so wie wir dorthin gelangt waren zurückzukehren. Glücklicherweise brachte uns das nicht in zeitliche Bedrängnis.

Zurück im Hotel konnte der Schachzwerg mit Hilfe der inzwischen von Tatjana erhaltenen Mail mit seiner Vorbereitung für die nachmittägliche Partie beginnen.

Zur Mittagszeit hatte sich der Nebel gelichtet und wir konnten bei Sonnenschein das Essen draussen einnehmen, was sehr angenehm ist, da man vom Lärmpegel im Speisesaal verschont bleibt.

Bis 15 Uhr blieb noch Zeit für den zweiten Teil der Vorbereitung und zum Ausruhen.

Das Spiel begann mit einer italienischen Eröffnung. Wie es mir bereits von den vorangegangen Runden 1 bis 3 berichtet wurde, kam es irgendwann zum Einstellen eines Bauern, wodurch die Tendenz des Verlierens eingeleitet wurde. Besiegelt wurde es heute durch Übersehen eines zweizügigen Matt, so dass nach nicht einmal 2 1/2 Stünden der hellenische Jüngling die Olympic Hall als Sieger verliess. Kommentar unseres traurigen und verärgerten Sohnes: UNTERIRDISCH

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Schulaufgaben, Abendbrot und Stadt Land Fluss spielen, wobei die Kreativität im Bereich Berufe erfinden beachtlich war.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir die Talsohle durchschritten haben, schlechter geht ja kaum noch, wir hoffen auf morgen und ihr dürft gerne Daumen drücken. Die Auslosung ergab einen Sprössling aus Irland, wie nennt man die noch gleich? Irrländer?



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